Wir sind Landau! Wir sind Südpfalz!

Alle zusammen für Demokratie und Vielfalt – Gemeinsam gegen Rechts!

Auch in Landau hat sich ein breites Bündnis aus Parteien, Vereinen, Kirchen und Gewerkschaften zusammen gefunden um mit einer Kundgebung auf dem Rathausplatz und Demonstrationszug durch die Innenstadt ein Statement für Demokratie abzugeben. Gemeinsam wollen wir ein buntes und kreatives Zeichen für unsere wehrhafte Demokratie setzen.

Die Erkenntnisse von Correctiv und die Ziele der AFD zur sogenannten Remigration hat vielen Menschen verdeutlicht, dass mit einem Erstarken einer in großen Teilen antidemokratischen und faschistoiden Partei die Demokratie in Gefahr ist. Wir müssen aktiv werden, um für unsere wehrhafte Demokratie einzustehen. Demokratie hat man nicht, sondern man muss sie auch leben und verteidigen! Auch wenn wir auf dem breiten demokratischen Spektrum in Vielem nicht einer Meinung sind, so eint uns doch ein gemeinsames Ziel: Den endgültigen Rechtsruck zu verhindern und die Brandmauer gegen Rechts und somit unsere Demokratie zu stärken! Deshalb rufen wir dazu auf am 04.02. in Landau ein Zeichen zu setzen, für Demokratie und Vielfalt, gegen Hass und Menschenfeindlichkeit!

Am Sonntag, den 4. Februar 2024 um 14 Uhr auf dem Rathausplatz in Landau!

Dem demokratischen Bündnis angeschlossen haben sich:
• AWO-Ortsverein Landau (Anmelder)
• Verein für Toleranz und Menschlichkeit Südpfalz (Mitveranstalter)
• attac Landau-Südpfalz
• Bündnis90 Die Grünen
• Café Asyl Landau,
• CDU
• DGB-Pfalz
• Die Linke Landau/ SÜW
• EuropaUnion Südpfalz
• FDP
• Fridays for Future/Klimastreik Landau
• FWG Landau
• GEW Südpfalz
• Greenpeace Landau
• Hinenu Jüdischer Studierendenverband RLP/SL
• IG Metall Landau
• Katholische Kirche Landau
• Katholische Hochschulgemeinde Landau (KHG)
• Landauer Politikforum (LaPo)
• Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU)
• Leben und Kultur e.V. // Haus am Westbahnhof
• Omas gegen Rechts (Landau)
• Pfeffer & Salz Landau
• Protestantische Stiftskirchengemeinde Landau
• SPD Landau/Südpfalz
• Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz
• ver.di Pfalz

Podiumsdiskussion: Zukunft der Erinnerungs- und Gedenkkultur in Rheinland-Pfalz

Verfolgtenverbände haben eine lange Geschichte der Ausgrenzung auch in der Erinnerungskultur. Nur die massiven Proteste seit den 1980er Jahren haben dazu geführt, dass nach und nach überhaupt eine Wahrnehmung dafür entstand, wie umfangreich die Ausgrenzungspolitik der NS-Diktatur war – und dass sie in der Bundesrepublik (teilweise mit den Gesetzen der NS-Diktatur) fortgesetzt wurde. Seit einiger Zeit beobachten Verbände der Verfolgtenorganisationen die Tendenz, dass Ihre Erfahrungen, Expertisen und Perspektiven in der Erinnerungs- und Gedenkkultur durch ein „wissenschaftliches Expertentum“ ersetzt werden sollen. Mit der Fortsetzung von Exklusion und dem Ausschluss aus Entscheidungsstrukturen der Gedenkstätten verbinden die Verfolgtenvertretungen die Sorge, dass die Deutungsmacht wieder allein von der Dominanzgesellschaft übernommen wird. Dies de-gradiert jedoch die NS-Opfer und die Betroffenen der Nachkriegszeit wieder zum Objekt bzw. Forschungsgegenstand. Darüber hinaus gefährdet es auch deren gleichberechtigte Teilhabe in Staat und Gesellschaft.
Zu diesem Thema diskutieren auf dem Podium:
Jacques Delfeld Jr., Geschäftsführer des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma Rheinland- Pfalz
Joachim Schulte, Sprecher von QeerNet Rheinland-Pfalz
Peter Zank, Mitglied der Jüdischen Kultusgemeinde Rheinlandpfalz
Prof. Dr. Wolfgang Pauly, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Landau
Tanja Sattler, 1. Vorsitzende im Verein für Toleranz und Menschlichkeit Südpfalz e.V.

Keine Anmeldung erforderlich.

Gegen den Hass

Gedenken an die Opfer des Faschismus

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee  befreit. Seit 1996 wird in Deutschland an diesem Datum an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert, an Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, homosexuelle und transsexuelle Menschen, kranke Menschen und Menschen mit Behinderungen, Gewerkschafter*innen, Antifaschist*innen, Sozialdemokrat*innen, Kommunist*innen… . Gerade in heutigen Tagen, gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Situation, vor den Eindrücken des weltweiten Rechtsruckes und dem Terrorüberfall der Hamas auf Israel, des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, wohin rechtes, völkisches und nationalistisches Denken und Handeln führen kann.

Am Samstag dem 27. Januar 2024, 19 Uhr, findet in der Katharinenkapelle in Landau eine Gedenkveranstaltung anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz statt. Es sprechen Dr. Maximilian Ingenthron (VVJ – Verein für Volksbildung und Jugendpflege), Jacques Delfeld ( Verband Deutscher Sinti und Roma Rheinland-Pfalz), Tanja Sattler (TOM – Verein für Toleranz und Menschlichkeit Südpfalz), David Rosenberg (Hinenu – Jüdischer Studierendenverband Rheinland-Pfalz) und Dr. Wolfgang Pauly (Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Pfalz) statt. Es werden Texte von Carolin Emcke, Ruth Klüger und Paul Celan zum Thema „Gegen den Hass“ gelesen. Jenzi Winterstein-Reinhardt begleitet die Veranstaltung auf seiner Geige.

Gemeinsam statt einsam 2022

Nach dem Auswertungstreffen zum Weihnachtsessen unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ in Kooperation mit dem Südstern-Haus, können wir Euch folgendes mitteilen:
Alle Beteiligten schwärmten von diesem wunderschönen und einzigartigen Erlebnis in den Räumen der Landauer Stadtmission. 80 Menschen und ein Hund waren gekommen. Eingeladen durch diverse Sozialträger, Initiativen und Gemeinden. Unter ihnen Mitarbeitende Südstern e.V., der Terrine, der Tafel, des Kinderschutzbundes, des ToM Südpfalz e.V. und Menschen, die einfach dabei wollten, damit andere an Weihnachten nicht allein und einsam sind. Also ein Heiligabend im ursprünglichen Sinne, voller Nächstenliebe und Dankbarkeit.
Die Spendenbereitschaft vieler Menschen war riesengroß. Wir fühlten uns davongetragen wie von einer superguten Welle und kamen zufrieden groovend wieder sicher zu Hause an.
Einstimmig sind wir der Meinung, dass die herzlichen Umarmungen am Ende des Abends zwar wirklich schön waren und guttaten, dass sie aber auch ein klarer Auftrag sind, dieses Angebot zu wiederholen.
Wir sagen von Herzen DANKE für jedes Engagement und freuen uns schon auf die Planungen für Heiligabend 2023. Diesmal an einem Sonntag. Falls wirklich einige Organisationen dazu kommen und viele weitere Menschen dabei sein möchten wie uns rückgemeldet wurde, werden wir deutlich größere Räume und weitere Teams brauchen. Wir sind gespannt und bleiben über das Jahr hinweg mit weiteren Aktionen aktiv. Versprochen!

#gemeinsamstatteinsam #solidarität

Helfer- und Spendenaufruf!

Zusammen mit unseren Freunden vom Südstern-Haus haben wir uns für den Weihnachtsabend eine besondere Aktion ausgedacht! #gemeinsamstatteinsam an Weihnachten!
Via Südstern e.V. https://www.facebook.com/SuedsternHaus/posts/pfbid0E9Qq9tvTkAHbXffh772UmbYwa7rXSQZm3cCQa76J9r4gnB789CZtZtEz4y4F9DgEl
Liebe HAUS Familie,
heute möchten wir euch mehr über unsere Weihnachtsaktion berichten: Lindsey hatte die Idee, am 24.12. in den Räumen der „Terrine“/Stadtmission ein Weihnachtsessen für bedürftige Menschen anzubieten. Wir sind hochmotiviert und bereits kräftig am Organisieren
Mit im Boot ist auch der Verein für Toleranz und Menschlichkeit Südpfalz e.V.
Wer mag, darf sich gerne als helfende Hand an dem Abend einbringen, dafür bitte PN oder Kommentar.
Natürlich sind wir auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Wir freuen uns über jede noch so kleine Spende, die dafür sorgt, dass einige Menschen am Heiligabend satt und weniger einsam sind. Vielen Dank
Kto.-Inh.: Südstern e.V.
Bank: Sparkasse Südpfalz
IBAN: DE49548500101710111996
BIC: SOLADES1SUW
Verwendung: Weihnachtsaktion
https://www.paypal.com/paypalme/suedstern

Buchvorstellung: Zwei Welten – Schritte zur Anerkennung als NS- Verfolgte und antiziganistische Kontinuitäten

Heute Abend! Herzliche Einladung zur Buchvorstellung des Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz „Zwei Welten – Schritte zur Anerkennung als NS- Verfolgte und antiziganistische Kontinuitäten“. Heute Abend 19 Uhr im Frank Loebschen Haus.
Der Landesverband stellt ein neues spannendes Buch vor, in dem ein Landauer Amtsarzt, der über die NS Zeit hinaus sein antiziganistisches Wirken als „Zigeunerforscher“ im Landauer Gesundheitsamt fortsetzen durfte und dieVerfolgzng deutscher Sinti und Roma maßgeblich prägte, die „Hauptrolle spielt“:
„Die Sinti und Roma wurden in der Bundesrepublik Deutschland vielfach nicht als „rassisch“ Verfolgte anerkannt, sondern waren weiterhin in der Nachkriegszeit staatlicher und gesellschaftlicher Diskriminierung und Ausgrenzung ausgesetzt.
Die Landeszentrale für politische Bildung hat das Forschungs- und Publikationsprojekt „Zwei Welten“ des Landesvereins der Sinti in Hamburg gefördert.
Das daraus entstandene Buch ist eine Gegenüberstellung. Einerseits sollen die Anstrengungen der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma als NS-Verfolgte in den letzten Jahrzehnten aufgezeigt werden,
andererseits sollen personelle und ideologische NS-Kontinuitäten in der Nachkriegsgesellschaft aufgezeigt werden.
Für diese Kontinuität steht beispielhaft der Landauer Amtsarzt und Professor, Hermann Arnold (1912–2005). Arnold galt jahrzehntelang in der Bundesrepublik als maßgebender „Zigeunerexperte“ und führte die systematische
Erfassung und rassistische Kategorisierung der Sinti und Roma weiter. Nach dem Krieg war er viele Jahre Leiter des Gesundheitsamtes Landau.
Das vorgestellte Buch zeigt ausgewählte Dokumente aus Arnolds Nachlass, seine Netzwerke und die Kontinuität der NS – „Zigeunerforschung“ in der Nachkriegsgeschichte.
Arnold Weiss, einer der Autoren und Herausgeber, referiert über die Entstehung und Inhalte des Buches.“

Aufruf zum Stolpersteineputzen!

Gedenken zur Reichspogromnacht

Das OAT Landau und ToM Südpfalz rufen gemeinsam dazu auf am Tag vorm Gedenken anlässlich der Reichspogromnacht die Landau Stolpersteine zu putzen. Hierzu treffen wir uns um am Dienstag, 08. November 2022 um 16 Uhr am Synagogenmahnmal (Elias-Grünbaum-Platz, Friedrich-Ebert-Str. 3). Vor Ort werden wir uns in kleine Gruppen aufteilen, die Putzmaterialien ausgeben und dann loslegen. Bringt bitte Wasser mit, um die Stolpersteine nach dem Putzen noch mal abzuspülen!
Der Abend des 9. November 1938: In ganz Deutschland sowie in Österreich und der Tschechoslowakei brennen Synagogen und jüdische Geschäfte. Jüdinnen und Juden werden in ihren Wohnungen überfallen, zusammengeschlagen, verschleppt, in vielen Fällen ermordet. Am folgenden Tag werden Häuser, Wohnungen und Geschäfte geplündert. Der ohnehin schon grassierende Antisemitismus schlägt der jüdischen Bevölkerung in der Reichspogromnacht mit einer neuen Eskalationsstufe entgegen. Die Überfälle, Brandstiftungen und Plünderungen waren keine spontanen Einfälle, sondern geplant und organisiert von NSDAP, SA und Behörden des faschistischen Staates. Auch in Landau wurde in der Reichspogromnacht die Synagoge angezündet und am 9./10. November insgesamt 18 Wohnungen und Häuser geplündert. Der 9. November 1938 markiert einen Eckpfeiler für den systematischen Massenmord an Jüdinnen und Juden in ganz Europa. Der 9. November ist daher ein Tag, an dem wir jedes Jahr allen Gefolterten, Deportierten und Ermordeten der faschistischen Gewaltherrschaft gedenken.
Antisemitismus ist dabei aber kein Phänomen aus der Zeit des deutschen Faschismus, wenngleich er dort in seiner bisher widerwärtigsten Form zu Tage trat. Antisemitische Verschwörungsmythen und Verklärungen gesellschaftlicher Probleme haben vor allem in Krisenzeiten Hochkonjunktur. Hinzu kommt die Tatsache, dass es in der BRD der Nachkriegszeit nie eine wirkliche Entnazifizierung gab. Das wird an der Tatsache deutlich, dass Faschist:innen ungestört in ihren alten Berufen und Wirkungsstätten, von Richter über Arbeitgeberpräsident bis Bundeskanzler, weiter agieren konnten sowie den deutschen Sicherheitsapparat neu aufbauten – eine Kontinuität, die sich noch lange fortsetzen sollte. Die im vergangenen Jahr verstorbene Shoa-Überlebende und Antifaschistin Esther Bejarano sagte daher folgerichtig: „Im Kampf gegen Nazis kann man sich auf den Staat überhaupt nicht verlassen.“
Antifaschismus und die Losung, dass sich die Geschichte nicht wiederholen darf, muss unser aller Aufgabe sein. Deshalb heißt erinnern immer auch kämpfen. Dagegen kämpfen, dass sich wieder faschistische Parteien und Ideologien tiefer ins gesellschaftliche Leben drängen, an Akzeptanz und letztlich an Einfluss gewinnen. Dagegen kämpfen, dass sich antisemitische Denkmuster weiterverbreiten. Dagegen kämpfen, dass Jüd:innen als Sündenböcke für die kapitalistische Krise hergenommen werden. Und dagegen kämpfen, dass die Geschichte verdreht oder vergessen wird.
Für das diesjährige Gedenken an den Jahrestag der Reichspogromnacht rufen wir zu folgenden Aktionen und Veranstaltungen auf:

  • Dienstag, 08.11., 16 Uhr: Stolpersteinputzen, Treffpunkt Synagogenmahnmal; Putzmaterial stellen wir, bringt bitte jeweils noch etwas Wasser mit
  • Mittwoch, 09.11., 17 Uhr: Gedenkveranstaltung, Synagogenmahnmal anschließend Kranz- und Blumenniederlegung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus auf dem Friedhof
  • ab 20 Uhr: Veranstaltung der Omas gegen Rechts mit der Gedenkstätteninitiative Neustadt in der Roten Kaserne

Gedenken: Deportation nach Gurs

Ankündigung und Aufruf anlässlich des Gedenkens der Deportation der jüdischen MitbürgerInnen nach Gurs! Am 22.10.1940, dem jüdischen Laubhüttenfest (Sukkot), wurden die bis dahin noch verbliebenen 34 Landauer jüdische Bürgerinnen zusammen mit insgesamt 6.500 Juden aus der Saarpfalz und Baden nach Gurs deportiert. Ihnen blieben gerade mal 2 Stunden Zeit ihre Habseligkeiten zu packen, bevor sie in alten französischen Personenwaggons vom Landauer Bahnhof nach Gurs in Frankreich deportiert wurden. Viele jüdische Mitbürger*innen starben bereits im Lager in Gurs. Die Überlebenden wurden später in die Vernichtungslager gebracht. Wir wollen gemeinsam den Opfern gedenken und treffen uns hierzu am Samstag, dem 22.10.2022 um 19 Uhr am Gurs Mahnmal vor dem Stadtarchiv in der Maximillianstraße. Bringt Blumen und Kerzen mit.

Lesung mit Kapitänin Pia Klemp: Wutschrift

Am 13.09.2022 kommt Pia Klemp auf ihrer Lesereise mit der Rosa Luxemburg Stiftung Rheinland-Pfalz nach Landau ins Café Cosmo! Wir freuen uns Euch zu dieser spannenden Lesung aus ihrem neuen Buch mit anschließendem Gespräch einladen zu dürfen!
Habe Wut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen
Pia Klemp, Kapitänin, Aktivistin und Seenotretterin, fordert mehr Wut von uns allen. Wut, die zu Engagement führt, die uns antreibt, zu ändern, was schiefläuft. Es scheint, wir leben in wütenden Zeiten: Frauen fordern ihre Gleichberechtigung mit Männern, People of Colour die ihre mit Weißen, junge Leute einen verantwortungsvollen Umgang mit unserem Planeten, Menschenrechtsaktivist*innen ein humanes Verhalten gegenüber Geflüchteten. Das bringt ihnen Aufmerksamkeit ein. Aber nicht unbedingt Wertschätzung oder Verständnis. Benachteiligte sind nicht wütend, sie sind hysterisch. Nicht ernst zu nehmen. So scheint es. Und es ist an der Zeit, dass sich das ändert. Wut ist ein Werkzeug, das wir nutzen können, um Wände einzureißen, anstatt sie hochzugehen. Ein Impulsgeber, der aufzeigt, was uns wichtig ist. Denn wer nicht wütend ist, hat nur noch nicht richtig aufgepasst.

„Die Welt im Zenit“ – Apocalypse now?

Dass wir unsere Welt immer weiter zerstören, die Profitgier der Reichen bedienen und die ärmsten der Armen dabei alles verlieren, ist uns allen klar. Eigentlich. Dennoch braucht es immer mal wieder Denkanstöße dazu. Ein solcher Denkanstoß wurde von uns gemeinsam mit der Rosa Luxemburg Stiftung Rheinland-Pfalz am 09.06.2022 auf dem Gelände des Südstern-Hauses angeboten. Die Rede ist von „Grupo Sal“ und Patricia Gualinga. Patricia ist die Sprecherin und treibende Kraft der ecuadorianisch-indigenen Gemeinschaft Sarayaku, die sich seit 20 Jahren erfolgreich gegen die Machenschaften internationaler Ölkonzerne wehrt und somit ein internationales Symbol der Nachhaltigkeit und des zukunftsweisenden Widerstands darstellt.
Die Vorband des Abends, das Dagdrøm Jazz Trio aus Landau, verleitete die Hörer:innen zuerst einmal, sich in den eigenen Gedanken zu verlieren. Ihre langsamen, träumerischen Klänge ließen das Hier und Jetzt für einen kurzen Moment vergessen. Es war die ideale Vorbereitung auf die Konzertlesung, die uns daraufhin in die knallharte Realität zurückholte.
Während Patricia nun per Video zugeschaltet wurde und von Laura Rupp (Lateinamerika-Wissenschaftlerin) synchron übersetzt wurde, ergänzte die leidenschaftliche Musik von Grupo Sal die Eindrücke zu einer Symbiose, die informiert, hinterfragt, berührt und bewegt. Das Zusammenspiel von Musik und Bericht, Gesang und Gespräch schuf eine besondere und mitreißende Atmosphäre, die uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Die Lesung „Die Welt im Zenit“ nahm uns mit zum Ist-Zustand der Welt und skizzierte den weiteren Verlauf, wenn wir nichts an unserem Handeln ändern: Nach dem Zenit folgt der Absturz, der Untergang. Noch haben wir die Möglichkeit, dieses Szenario abzuwenden. Sei es durch den Kampf um die Rettung des Amazonas-Regenwaldes, den FFF-Demonstrationen, um Einfluss auf die Politik und das 1,5 Grad-Ziel zu nehmen oder durch den Widerstand gegen menschenfeindliche Ideologien, die die Ausbeutung des globalen Südens unermüdlich vorantreiben, weil sie sich selbst als überlegen ansehen. Dieser Abend hat uns gezeigt: Wir sind alle eins, wir haben das gleiche Ziel und es lohnt sich, dafür zu kämpfen.
Welche Möglichkeiten der Einflussnahme es gibt, konnten die Besucher:innen direkt vor Ort in Erfahrung bringen. Denn dort gab es Infostände von der Umweltgruppe Uni Landau, dem Weltladen Landau, ToM und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Wir möchten uns bei allen Mitwirkenden herzlich bedanken: Bei Kulturbüro Grupo Sal und Patricia Gualinga für ihr Erscheinen, bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die uns zur Kooperation angefragt hat, bei unserem Mitveranstalter Südstern-Haus für die Hilfe und die tolle Location, sowie bei allen helfenden Händen, die diesen tollen Abend überhaupt erst möglich gemacht haben!
Ein besonderer Dank geht auch raus an Luis Gonzalez-Casin, der zusammen mit der ToM Kitchen Crew die Besucher:innen mit original spanischer Paella und Tapas verwöhnt hat.